NO AI ACT · Deutsch
EU-KI-Verordnung einfach erklärt
Die EU-KI-Verordnung (AI Act) regelt künstliche Intelligenz nach ihrem konkreten Einsatz und Risiko. Sie verbietet wenige Praktiken, stellt strenge Anforderungen an bestimmte Hochrisiko-Systeme und verlangt in definierten Situationen Transparenz. Diese Zusammenfassung erklärt die Grundstruktur in verständlicher Sprache.
01KI-Verordnung: Zusammenfassung in fünf Punkten
- Der Verwendungszweck entscheidet: Nicht jedes KI-System fällt automatisch in dieselbe Risikoklasse.
- Bestimmte Praktiken sind verboten, weil sie mit Grundrechten und menschlicher Autonomie unvereinbar sein können.
- Hochrisiko-Systeme bleiben grundsätzlich möglich, müssen aber Anforderungen etwa an Risikomanagement, Daten, Dokumentation und menschliche Aufsicht erfüllen.
- Transparenzpflichten betreffen unter anderem bestimmte Chatbots, Deepfakes und synthetische Inhalte.
- Pflichten hängen von der Rolle ab: Anbieter, Betreiber und Anbieter von Modellen mit allgemeinem Verwendungszweck tragen unterschiedliche Verantwortung.
02Vom Zweck zu den Pflichten
Die Verordnung ordnet nicht jede Technologie pauschal derselben Kategorie zu. Entscheidend sind der konkrete Einsatz, die Rolle der Beteiligten und die einschlägigen Voraussetzungen. Ein Empfehlungssystem für Unterhaltung ist anders zu bewerten als ein System, das über Zugang zu Bildung, Beschäftigung oder wesentlichen Diensten mitentscheidet.
Die erste Prüfung lautet deshalb nicht nur „Ist das KI?“, sondern: Wer setzt das System wofür ein, welche Personen sind betroffen und welche Folgen kann die Entscheidung haben? Verbotene Praktiken, Hochrisiko-Systeme und Transparenzpflichten beantworten dabei unterschiedliche Fragen.
03Risikokategorien richtig einordnen
Die oft verwendete Pyramide aus „unannehmbarem“, „hohem“, „begrenztem“ und „minimalem“ Risiko ist eine Lernhilfe, aber kein Ersatz für den Rechtstext. Ein Verbot knüpft an eine konkret beschriebene Praxis an. Hochrisiko-Anforderungen gelten nur, wenn die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind. Transparenzpflichten können daneben bestehen.
Vertiefungen: verbotene KI-Praktiken, Hochrisiko-KI-Systeme und Transparenzpflichten.
04Systeme, Modelle und Rollen unterscheiden
Ein Modell mit allgemeinem Verwendungszweck und das darauf aufgebaute System sind nicht dasselbe. Ein Modell kann in verschiedenen Anwendungen eingesetzt werden; der Verwendungszweck der jeweiligen Anwendung bleibt gesondert zu prüfen. Ebenso unterscheiden sich die Pflichten eines Anbieters von denen eines Betreibers.
Wer ein fertiges System im eigenen Unternehmen oder in einer Behörde nutzt, wird dadurch nicht automatisch zum Anbieter des Modells. Änderungen, Eigenentwicklungen und die konkrete Zweckbestimmung können die Rollen jedoch verändern. Das Glossar zur KI-Verordnung hilft, diese Ebenen auseinanderzuhalten.
05Fristen, Änderungen und Digital Omnibus
Die Vorschriften gelten nicht alle seit demselben Tag. Verbote, KI-Kompetenz, GPAI-Regeln und weitere Pflichten folgen unterschiedlichen Anwendungszeitpunkten. Hinzu kommen spätere Änderungen, darunter der Digital Omnibus, und Übergangsregeln.
Für eine aktuelle rechtliche Prüfung zählt deshalb die konsolidierte, geltende Fassung auf EUR-Lex. Diese Seite erklärt die Struktur, ersetzt aber keine Prüfung der aktuellen Frist oder einer Ausnahme im Einzelfall.
06Mit offiziellen Quellen weiterarbeiten
Die Spielbeispiele sind absichtlich vereinfacht. Für Fristen, Ausnahmen und rechtliche Einzelfragen zählt die jeweils geltende Fassung des offiziellen Textes einschließlich Änderungen. Andere Rechtsgebiete können zusätzlich relevant bleiben. Der Leitfaden und das Spiel bieten einen Einstieg in die Argumentation, aber weder eine vollständige Checkliste noch eine Konformitätsbescheinigung.
Verantwortlich für die redaktionelle Aufbereitung ist Matteo Angeloni. Methodik, Quellenlage und Grenzen des Projekts werden auf der Methodikseite offengelegt.
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