NO AI ACT

NO AI ACT · Deutsch

AI Act im Unterricht: Fälle prüfen und Entscheidungen begründen

Diese Unterrichtseinheit verbindet die KI-Verordnung mit einer konkreten Aufgabe: Aus unvollständigen Hinweisen eine begründete Entscheidung entwickeln und anschließend überprüfen. Der vorgeschlagene Ablauf dauert 60 Minuten und lässt sich ohne Benotung einsetzen.

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01Lernziele und Voraussetzungen

Am Ende sollen die Teilnehmenden einen Verwendungszweck beschreiben, betroffene Personen benennen und eine Einschätzung mit konkreten Belegen verbinden können. Das ist ein Vorschlag für die Unterrichtsplanung, kein Nachweis pädagogischer Wirksamkeit. Kenntnisse im Programmieren sind für die Aufgabe nicht nötig. Vorwissen zu KI und zum EU AI Act kann unterschiedlich ausfallen: Kläre zunächst, ob die Gruppe eher technische Begriffe oder die Folgen automatisierter Entscheidungen erklären muss. Passe Anspruch und Lesemenge an die Lerngruppe an.

02Vorbereitung: ein Dossier und vier Perspektiven

Wähle einen Fall aus NO AI ACT und lies ihn vor der Sitzung selbst. Das Spiel ist auf Italienisch, Englisch und Französisch verfügbar, nicht auf Deutsch. Prüfe deshalb die Sprachkenntnisse, bevor du Spielzeit einplanst. Ohne passende Spielsprache kannst du das unten beschriebene fiktive Beispiel auf Papier verwenden. Benötigt werden ein Blatt je Paar und die Informationen zum Fall; ein Konto oder eine Namensliste wird nicht gebraucht. Arbeitet ausschließlich mit erfundenen Personen, nicht mit echten Bewerbungen, Noten oder Gesundheitsdaten.

03Vorschlag für 60 Minuten

Minute 0–10: Beschreibt die Aufgabe des Systems ohne Produktnamen oder Werbesprache. Minute 10–25: Lest die Belege und trennt Tatsachen von Vermutungen. Minute 25–40: Formuliert zu zweit eine Risikohypothese und eine begründete Maßnahme. Minute 40–50: Ein anderes Paar sucht eine Gegenhypothese oder eine fehlende Information. Minute 50–60: Überarbeitet das Urteil und besprecht, welche Information tatsächlich ausschlaggebend war. Die Zeiten sind eine Planungshilfe; das Spiel erzwingt diesen Ablauf nicht. Lieber einen Fall sorgfältig bearbeiten als mehrere nur anklicken.

04Arbeitsblatt zum Übertragen auf Papier

Teilt das Blatt in vier Felder: Zweck und Entscheidung; betroffene Personen und mögliche Folgen; vorhandene Belege; offene Fragen. Unter die Felder kommen zwei Sätze: „Unsere Maßnahme ist …, weil Beleg … zeigt, dass …“ und „Wir würden unser Urteil ändern, wenn …“. Notiert bei einem Beleg auch, was er gerade nicht belegt. Ein hoher Trefferwert sagt beispielsweise allein noch nichts darüber aus, welche Person eine fehlerhafte Entscheidung überprüfen kann. So entsteht eine begründbare Argumentation statt einer Liste aus Schlagwörtern.

05Fiktives Fallbeispiel für den Einstieg

Ein Unternehmen erhält 30 Bewerbungen. Ein Werkzeug sortiert die Unterlagen und empfiehlt eine Rangfolge. Die Personalabteilung sieht zunächst nur die besten fünf. Eine kurze Produktbeschreibung verspricht Zeitersparnis; ein internes Schreiben nennt eine ungeklärte Gewichtung von Lücken im Lebenslauf. Fragt nicht sofort nach der richtigen Kategorie. Klärt zuerst, ob die übrigen Bewerbungen noch gelesen werden, wie die Rangfolge entsteht und wer einen Fehler entdecken könnte. Dieses Beispiel ist ein frei formuliertes Unterrichtsszenario, keine Behauptung über einen realen Anbieter oder ein bestimmtes Spieldossier.

06Auswertung: drei beobachtbare Kriterien

Besprecht getrennt, ob die Belege zur Behauptung passen, ob die vorgeschlagene Maßnahme das beschriebene Problem trifft und ob die Gruppe ihre Unsicherheit benennt. Zwei Paare können zu unterschiedlichen Einschätzungen kommen und dennoch nachvollziehbar argumentieren. Lasst deshalb jede Gruppe eine Revision vornehmen: Welcher Satz wurde präziser und warum? Die Aufgabe bewertet keine Persönlichkeit und liefert kein Kompetenzzertifikat. Automatische Nutzungszähler des Spiels sind kein Instrument zur Bewertung einzelner Lernender. Für die Diskussion genügt die freiwillig vorgestellte Begründung.

07Vom Unterricht zur rechtlichen Vertiefung

Für den nächsten Schritt stehen die Seiten zu Risikokategorien, KI-Kompetenz und Personalauswahl bereit. Die Unterrichtseinheit vermittelt eine Prüfroutine, keine vollständige Rechtsprüfung. Wenn eine reale Schule oder Organisation ein KI-System einsetzen möchte, müssen der konkrete Zweck, die tatsächlichen Rollen und die einschlägigen Regeln gesondert geprüft werden. Aus einem richtigen Ergebnis im Spiel lässt sich keine Freigabe für ein reales Produkt ableiten. Halte diese Grenze auch bei der Vorstellung der Gruppenarbeiten ausdrücklich fest.

Archivaufnahme des Spiels, Version 3: Untersuchung eines Falldossiers. Die aktuelle Veröffentlichung ist Version 4.
Archivaufnahme des Spiels, Version 3: Untersuchung eines Falldossiers. Die aktuelle Veröffentlichung ist Version 4.

Spielen – Sprache wählen

Das Spiel ist auf Italienisch, Englisch und Französisch verfügbar. Diese Seiten sind auf Deutsch; die Auswahl unten öffnet das Spiel in der angegebenen Sprache.